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Neurodermitis ist weltweit vertreten, und die Anzahl der Erkrankten nimmt kontinuierlich zu. In Deutschland wird bereits jedes dritte Kind vor dem 11. Lebensjahr mit einer atopischen Erkrankung (Neurodermitis, Milchschorf, Asthma oder Heuschnupfen) konfrontiert.

Atopie ist ein Oberbegriff für alle auf einer genetischen Prädisposition beruhenden Überempflindlichkeitsreaktion vom Soforttyp I.

Die klinische Manifestation umfasst u.a.:

-atopisches Ekzem (Neurodermitis, Milchschorf)

-allergische Konjunktivitis

-Heuschnupfen

-exogen-allergisches Asthma

-allergische Enteritis

-Urticaria

Knapp 15% der gesamten Bevölkerung sind von atopischen Erkrankungen betroffen. Stadtkinder, die in großen Ballungszentren aufwachsen, erkranken häufiger an Heuschnupfen,Neurodermitis und Asthma als Kinder vom Lande, die viel direkter unterschiedlichen Allergenen tierischen und pflanzlichen Ursprungs ausgesetzt sind. Die Landbevölkerung scheint ein intensiveres Immuntraining zu absolvieren und ist daher besser gewappnet gegenüber verschiedenen Allergiearten.

Die Zunahme atopischer Erkrankungen wird durch folgende Faktoren begünstigt:

 -synthetische Zusatzstoffe in der Nahrung, genmanipulierte Lebensmittel sowie tierisches    Eiweiss und hoher Zuckerkonsum

  • Verschiebungen in der Darmflora durch falsche Ernährung und häufige Antibiotika Gaben, die das Immunsystem im Magen- Darm Bereich schwächen.
  • Nährstoffdefizite (insbesondere Vitamin B-, E-, Zink- und Selenmangel
  • erhöhter psychosozialer Stress

Neurodermitis ist eine krankhafte, chronische Hautentzündung, die in Schüben auftritt. Babys können bereits mit dieser Hautveränderung zur Welt kommen. „Milchschorf“ auf dem Kopf ist das erste Anzeichen. Die Hautentzündung breitet sich über Wangen, Hals, Arme und Beine weiter aus und quält die Säuglinge mit starkem Juckreiz. 

Bei einigen Kindern verschwindet die Krankheit, bei anderen bleibt sie bis ins hohe Alter bestehen.

Die Ursachen der Neurodermitis sind vielfältig. Als sicher gelten eine erbliche Anfälligkeit, eine gestörte Darmflora und Störungen des Immun- und des vegetativen Nervensystems. 

Auslöser der Neurodermitis können Unverträglichkeiten von Milchprodukten, Impfungen, Darmpilze und ihre Stoffwechselprodukt sowie devitale Zahnherde sein.

Menschen mit Neurodermitis reagieren leicht auf Umweltreize, atmosphärische Störungen, Disharmonie und Stressfaktoren. Oft übertragen sich nervliche Anspannungen der Eltern auf das Kind und lösen einen Schub aus. 

Ein ständiges Beschäftigen mit der Krankheit wirkt sich nachteilig auf den Heilungsprozess aus.

Die Symptome wie Juckreiz, Kratzen, Entzündungen und Infektionen lassen sich nur in einer Gesamtbetrachtung von Darmfunktion, Psyche und Hautpflege verbessern.

Daher macht es keinen Sinn, nur äusserliche Salbenanwendungen vorzunehmen.

Bei Kindern muss die Mutter unbedingt in die Therapie mit einbezogen werden.

Zu den Ursachen der Neurodermitis gehören:

-Allergien

Ein grosser Prozentsatz der Neurodermitiker weist Antikörperreaktionen des Soforttyps IgE und Eosinophile Blutkörperchen auf (Bestandteil der weissen Blutkörperchen, der Leukocyten).

Beim Kontakt mit bestimmten Lebensmitteln (z.B. Kuhmilch, Nüssen), Hausstaubmilben, Tierhaaren oder Pollen können akute Schübe der Neurodermitis ausgelöst werden.

  • Stoffwechsel

Die Haut übernimmt die Entgiftungsfunktion immer dann, wenn die physiologisch reguläre Ausweitung über den Darm und die Nieren beeinträchtigt ist. Bei vielen Patienten mit Neurodermitis sind die Entgiftungsorgane Leber und Nieren in ihrer Funktion eingeschränkt.

-Toxische Belastung

Einige chemische Reize wie Waschmittel, Reinigungsmittel, Konservierungsstoffe aus der Nahrung und andere Umweltgifte beeinflussen die Haut von aussen und von innen. Viele Kinder sind bereits im Säuglingsalter hochgradig belastet mit Pestiziden, Fungiziden, Antibiotika, Sulfonamiden, Psychopharmaka, Antihistaminika, Kortikoiden, Schwermetallen (insbesondere Quecksilber und Alluminium), die diaplazentar oder über die Muttermilch erworben sind. Das größte Problem ist aber die Übersäuerung.

-Immunologische Störungen

Verschiebungen in der Darmflora stören die Kommunikation zwischen dem darmassoziierten Immunsystem und der gesamten Abwehr im Körper. Immunologische Fehlsteuerungen begünstigen die Ausbreitung von intestinalen Mykosen und erhöhen die Anfälligkeit für Infektionen. Atopiker gelten allgemein als immunschwach. Selbst banale Erkältungen nehmen bei ihnen einen erschwerten Verlauf an und werden mit der Zeit chronisch.

-Psychische Faktoren

Die Haut ist ein Ausdrucksorgan für emotionale Vorgänge schlechthin. Der atypische Patient fällt durch seine hohe Sensibilität und schnelle emotionale Verletzbarkeit besonders auf. Wie der Name Neurodermitis bereits verrät, spielen psychische Faktoren eine wichtige Rolle bei der Ekzementsteheung. Auch die emotionale Kommunikation zwischen dem betroffenen Kind und seiner wichtigsten Bezugsperson (Mutter) muss beachtet werden.

Eine diagnostische Abgrenzung der Neurodermitis  gegenüber anderen Ekzemarten ist nicht schwierig, besonders wenn man die Familienanamnese und das Hautbild genauer betrachtet.

Im Kleinkindalter zeigt sich das Erscheinungsbild der Neurodermitis durch Rötung, Schuppung, Nässen und Krustenbildung – hauptsächlich an den Wangen und am behaarten Kopf (Milchschorf). Nach dem 2. Lebensjahr entspricht das klinische Bild dem eines Erwachsenen. Charakteristisch dabei sind die Hauterscheinungen:

  • an den Streckseiten – beim Kleinkind
  • an den Gelenkbeugen, Kniekehlen, Hals, Nacken, Schultern und an der Brust – bei Jugendlichen und Erwachsenen.

Durch die Unterfunktion der Talg- und Schweissdrüsen erscheint die Haut glanzlos und extrem trocken. Der starke Juckreiz verleitet zum blutigen Kratzen. Das erhöht das Risiko bakterieller Superinfektionen und führt sekundär zu psychischer Erschöpfung, Schlaflosigkeit und nervöser Gereiztheit.

Die Stadien der Neurodermitis

  1. Leicht: Trockene, etwas juckende Haut mit leichten Rötungen
  2. Mittel: Leicht entzündete und schuppige Haut mit Brennen, eventuell auch nässend
  3. Stark: Quälender Juckreiz, schuppige, rote und entzündete Haut mit Schwellungen und Rissen.

Behandlungsmöglichkeiten

  1. Nahrungsumstellung

Folgende Nahrungsmittel sollten gemieden werden: Produkte aus raffiniertem Zucker (insbesondere Limonaden, Cola, Eis, Schokolade), Weißmehl, Zitrusfrüchte, Nüsse, Milch und andere Molkereiprodukte, Schweine- und Rindfleisch, Eier, scharfe Gewürze, Zwiebel, Knoblauch, Alkohol und Fertigprodukte.

Besonders empfehlenswert sind Kartoffeln, Möhren, Naturreis, Hartweizennudeln, Avocado, Dinkel, Distelöl, gekochtes und gedünstetes Gemüse, Äpfel (ohne Schale), Bananen, Mineralwasser. Wenn auf das Fleisch nicht verzichtet wird, gelegentlich Geflügel oder Fisch.

2. Basische Vollbäder

Durch die Wasseranwendung mit Basischem Badesalz wird die natürliche Talgproduktion in der Epidermis angeregt und saure Ablagerungen aus dem Unterhautgewebe nach dem Osmose-Prinzip abgebaut. 

Die Bäder sollten in der akuten Phase täglich durchgeführt werden (30 – 60 Minuten).

Das Wasser sollte dabei nicht zu heiß sein. Nach dem Baden wird die Haut nicht abgeduscht, sondern nur abgetrocknet, um das Salz einwirken zu lassen. Optimal ist es, wenn man nach dem Bad die Haut nicht sofort abdeckt. Nach ca. einer Stunde wird dann basische Körpermilch aufgetragen.

3. Probiotika

Probiotika bieten einen wirksamen Schutz vor atypischen Erkrankungen im Kindesalter. Die Verabreichung von darmwirksamen Bakterienkulturen während der Schwangerschaft und der Stillzeit ist eine sichere und effektive Möglichkeit, das immunprotektive Potential des Stillens zu verstärken und führt während der ersten beiden Lebensjahre zum besseren Immunschutz. Eine besonders wichtige Rolle unter den Probierten spielen Lactobacillus helveticus und Lactobacillus acidophilus.

Eine Übersäuerung des Körpers ist die Ursache von vielen Erkrankungen. Sie führt zu Stoffwechsel- und Hormonstörungen und schwächt die Immunabwehr.

Mit Übersäuerung ist eine Anhäufung von Säuren im Blut und Körpergewebe gemeint. Sie ist meist die Folge von falscher Ernährung und einer ungesunden Lebensweise. Der Körper muss die entstandenen Säuren neutralisieren. Das geschieht mit Hilfe basischer Mineralien (vor allem Kalzium), die den Mineralstoffdepots des Körpers entnommen werden. Auch davon eine Folge kann Neurodermitis sein.

Fazit:

Bei bestehender und gesicherter Neurodermitis sollte in jedem Fall immer ein Behandlungsversuch mit den oben genannten drei Möglichkeiten ( Nahrungsumstellung, basische Bäder und Probiotika) versucht werden. Aus eigener langjähriger Erfahrung hat sich gezeigt, dass sehr viele Patienten durch das konsequente Einhalten einer „basischen Lebensweise“ in Bezug auf ihre Ernährung, die regelmäßige Anwendung basischer Bäder (nach der Akutphase reichen ein bis zwei Bäder in der Woche), täglicher Anwendung basischer Körperlotion und basischer Hautpflege, sowie der Einnahme von Probiotika nahezu beschwerdefrei wurden oder sogar keinerlei neuen Schübe der Erkrankung mehr hatten. Sie konnten auf die Gabe von Kortisonpräparaten vollständig verzichten und führen durch den positiven Nebeneffekt der Entsäuerung ein erheblich besseres und gesünderes Leben.