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Jetzt wird es wieder kälter und es droht die nächste Grippewelle. 

Viele überlegen sich ob sie sich eine Schutzimpfung gegen die Viren geben lassen sollten. Doch ab wann ist sie sinnvoll?

Gliederschmerzen, Fieber und tagelang schwach im Bett liegen: Davor fürchten sich viele Menschen. Besonders Selbstständige und Arbeitnehmer können und wollen sich nicht erlauben, solange im Job zu fehlen. Daher überlegt sich manch einer, ob eine Schutzimpfung bei ihm Sinn macht, um der Grippe rechtzeitig zuvor zu kommen.

Besonders jetzt, wo es wieder kälter wird und die Grippewelle langsam wieder anrollt.

Die Grippeschutzimpfung 2018 am besten schon vor der beginnenden Influenza-Welle

Grundsätzlich gilt: Wenn Sie sich für eine Impfung entschieden haben, sollten Sie am besten im Oktober und November zu Ihrem Hausarzt gehen. So können Sie laut dem Robert-Koch-Institut guten Gewissens sein, dass sie frühzeitig für die neue Influenzasaison gewappnet sind. Schließlich sei „trotz der schwankenden Impfeffektivität die Impfung die wichtigste Maßnahme zum Schutz vor einer Erkrankung“, erklärt der Präsident des RKI, Professor Lothar Wieler.

Trotzdem hätten sich vergangenen Winter viel zu wenige Deutsche impfen lassen, vermeldet das Institut. Besonders heftig hätte es wie meistens vor allem ältere Menschen getroffen – und was dabei besonders erstaunlich war: Hier war auch die Impfquote am niedrigsten. Nur 35 Prozent der Senioren hatten sich laut dem Bericht eine Grippeschutzimpfung verpassen lassen.

Mäßiger Impfschutz bei Grippe besser als gar keiner

Ein weiterer Grund für die schlimme Grippewelle war allerdings auch, dass damals der Impfstoff nicht gepasst hatte. So soll er Influenza-A-Viren vom Typ H3N2 Hongkong enthalten haben – doch das machte nur ein Viertel der damals zirkulierenden Influenzaviren aus. Bei den restlichen 75 Prozent handelte es sich um den Typ H3N2 Bolzano – und gegen den konnte der Impfstoff nichts ausrichten.

Dennoch sei laut der Pressesprecherin Susanne Glasmacher des RKI „ein mäßiger Impfschutz besser als gar keiner“: „Wenn es draußen in Strömen regnet, hilft ein löchriger Schirm auch ein bisschen“, so ihre Einschätzung. Besonders schwere Krankheitsverläufe könne der Impfstoff dennoch verhindern. „Der Grippe-Impfstoff ist, wie er ist, aber noch die beste Möglichkeit das Risiko zu verringern“, erklärt die RKI-Sprecherin gegenüber dem Merkur.

Warum wirkte der Impfstoff in der Vergangenheit nicht?

Delikat daran: Das Serum soll auch in den Jahren zuvor nicht umfassend geschützt haben. Das sorgte bereit in der Vergangenheit für Diskussionen. Zumal die WHO jedes Jahr im Februar schon eine Empfehlung für den jeweiligen Impfstoff für die nächste Grippesaison ausspricht.

Der Grund liegt eigentlich auf der Hand: Schließlich verändern sich Grippeviren rasend schnell, werden resistent oder es entwickeln sich neue Varianten. So kann es unglücklicherweise passieren, dass sich Subtypen bereits verändern, während das Serum dagegen noch mitten in der Produktion steckt, so Glasmacher weiter. Daher ist es ratsam, die Schutzimpfung grundsätzlich jedes Jahr auffrischen zu lassen. Schließlich hält die Wirkung ungefähr ein halbes Jahr an.

Wer sollte sich am besten impfen lassen?

Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut – STIKO – empfiehlt sie für folgende Risikogruppen:

  • Personen über 60 Jahre
  • Schwangere
  • Chronisch Erkrankte mit Diabetes, Asthma oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Medizinisches und pflegerisches Personal

Besonders bei Letzteren ist ein ausreichender Grippeschutz sinnvoll. Doch auch hier gibt es dem RKI zufolge Nachholbedarf: Bei einer Untersuchung an zwei Universitätskliniken fand es heraus, dass nur 40 Prozent der Mitarbeiter gegen Influenza geimpft waren.

Allerdings gibt es auch ein Personenkreis, der sich besser nicht gegen Grippe impfen lassen sollte. Wer zum Beispiel eine Allergie gegen bestimmte Impfstoffbestandteile aufweist, sollte darauf lieber verzichten. Tipp: Lassen Sie sich von Ihrem behandelnden Arzt in jedem Fall vorher dazu beraten. Vielleicht gibt es auch eine Alternative zum gängigen Serum.

Wie kann ich mich sonst noch gegen Grippe schützen?

Zusätzlich zu einer Impfung sollte man immer auch auf die eigene Hygiene achten. Vor allem regelmäßiges Händewaschen ist in der Grippezeit Pflicht. Am besten ist es, wenn Sie:

  • Ihre Hände mindestens 30 Sekunden unter den Wasserstrahl halten.
  • Ihre Hände dabei mit Seife waschen.
  • Ihre Hände dabei gründlich reiben.

Ausserdem sollten Sie versuchen, den Kontakt zu bereits Erkrankten so gut wie möglich zu vermeiden sowie nicht zu oft mit den Händen in die Nähe der Nase, des Mundes oder der Augen zu kommen. Wenn Sie allerdings bereits erkrankt sind, sollten Sie besser nicht in Ihre Hand husten oder niesen – haben Sie stattdessen immer Taschentücher für unterwegs dabei. Ansonsten in die Armbeuge, während Sie einen Meter Abstand zu anderen halten. Und vor allem möglichst frühzeitig Ihren Hausarzt aufsuchen um eine rechtzeitige, wirksame Therapie zu beginnen.