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 …unter Einfluss des Säure-Basen-Haushaltes

Der Säure-Basen-Haushalt ist maßgeblich an der Entstehung aller oben aufgeführten Krankheiten beteiligt, Einfluss und Bedeutung werden meist unterschätzt. Erste Überlegungen zeigen, dass der Einfluss eines, auch nur minimal veränderten pH-Wertes in allen Körperzellen und Körperflüssigkeiten von herausragender Bedeutung ist. Dies gilt sowohl für lokale, z.B. infolge eines sauren Stoffwechsels entstehende Übersäuerungen wie auch für latente, durch Aufbrauch der Basenreserven entstehende Übersäuerungen. Für eine therapeuti- sche Behandlung oben erwähnter Krankheiten ist daher die Korrektur des Säure Basen Haushaltes mit in die Therapie einzubeziehen. Neben verstärkter Bewegung (Lunge) und erhöhter Wasseraufnahme (Niere) wird die Säureausscheidung über die Haut und deren Anregung durch basische Bäder unterstützt. Eine Veränderung der Lebensgewohnheiten wie der Ernährungsmuster der Patienten ist für den Therapeuten in die Behandlung mit ein zu beziehen.

Der Säure-Basen-Haushalt

Die gesamte Körperflüssigkeit wie auch allgemein das Zellmilieu jeder einzelnen Zelle ist basisch im pH-Bereich etwa zwischen 7, 1 und 7, 45 eingestellt. Die Schwankungsbreite ergibt sich aus der Säurebelastung, da dem Zellsystem im gesunden und natürlichen Fall eine Pufferbreite von etwa 48 mmol / pro Liter Körperflüssigkeit zur Verfügung steht, die im Wesentlichen auf der Reserve von Hydrogencarbonat beruht. Aus der im Normalfall einer gemischten Kost eines Westeuropäers anfallenden täglichen Säurebelastung von etwa 70 mmol pro Liter Körperflüssigkeit und pro Tag ergeben sich für die genannte Pufferbreite noch keine ernsten Probleme, wenn Niere und Lunge normale Ausscheidungsraten von Ammonium-Ionen (das sind die abge- pufferten Säuren) bzw. Kohlendioxid aufbringen können. Ernste Störungen ergeben sich erst, wenn die täglichen Ernährungsgewohnheiten dramatische Säurebelastungen bedingen.

Die tägliche Ernährung hat sich in den letzten 50 – 100 Jahren stark verschoben, eine unglaubliche Säureflut in einem nie gekannten Ausmaß bestimmt den täglichen, chemischen Ablauf im Körper. Die meisten dabei eingesetzten Säuren (z.B. Säuerungsmittel wie Citrate und Laktate) werden unter Normalumständen sogar basisch umgesetzt und belasten den Säure-Basen-Haushalt nicht. Kritischer ist dagegen schon die tägliche Alkoholbelastung zu sehen, zum einen wegen der veränderten Löslichkeit der Nährstoffe im Zellmilieu des Blutes wie auch in den Zellen und zum andern wegen der stark ansteigenden Essigsäurebelastung in den Körperflüssigkeiten, die dort auch abgepuffert werden muss. Dazu muss zum einen an die veränderten enzymatischen Reaktionen erinnert werden, die schon bei gering verändertem pH ganz anders verlaufen können und daran, dass Abpufferungen im Normalbereich auch Schwankungen von einigen Zehntel-Werten des pH-Wertes verursachen, also durchaus kritische Werte erreichen können. Die bekannte Ohnmacht von stark Alkoholisierten beruht letztlich auf dem Zusammenbruch des pH-Wertes der Zelle, dem Niedergang des Zellpotenzials und dem damit verbundenen Stopp aller Austauschvorgänge via Ionenkanäle. Eine der größten und am meisten übersehenen Gefahren droht in der Belastung durch Säuren, z. B. tierisches Eiweiß, die vom Körper nicht abgebaut werden können und entweder die Mineralreserven des Körpers, vor allem Kalium und Magnesium, durch Komplexierung und Ausscheidung aufbrauchen (und damit die Zelle übersäuern, da die Säuren via Na-/K- Pumpe hinausbefördert werden) oder gar nicht ausgeschieden werden und sich lokal ansammeln. Die gefürchtetsten Säuren darunter sind die im Kaffee und Tee enthaltenen Gerbsäuren, Chlorogensäuren wie auch Phenole sowie die Zimtsäuren , die populär auch unter dem Begriff Kaffeesäuren bekannt sind, was aber bei Gicht und Rheuma nicht die vorrangige Rolle spielt.

Gicht- und Rheumaauslösende Faktoren

Bei Rheuma und Gichterkrankungen, wie auch bei allen Sklerosen, geht die ursächliche Gefahr für den Körper eindeutig auf das Zusammenspiel von Getreide und tierischem Eiweiß in der Nahrungskette zurück. Da genügend wissenschaftlich unterlegt ist, dass durch tierische Eiweiße wie Milch, Käse, Ei, Wurst, Fleisch, Joghurt u. a. in keinem Fall beispielsweise der Kalziumbedarf abgedeckt wird, was immer als Grund für deren absolute Bedeutung in der Nahrungskette genannt wurde, ist zu vermuten, dass die vermehrt und über alle Maßen hoch zugeführten Dosierungen an Eiweiß infolge lokaler Übersäuerung zur Auffaltung der Molekülstrukturen und schließlich zu deren Abscheidung führen kann, vor allem in den Randbereichen der Gelenke wegen der dort niederen Temperaturen. Diese Vorgänge gehen meist Hand in Hand mit vermin- derter realer Ausscheidung von Uraten (Harnsäuresalzen) einher, so dass hohe lokale Konzentrationen an Uraten zu deren Ausscheidung führen, die sich vor allem in der Nähe hoher Calciumwerte (z.B. Knochen) bemerkbar macht.

Bei all diesen Diskussionen wird jedoch übersehen, dass hohe Purinwerte (vor allem aus tierischem Eiweiß sowie Harnsäure und Schwefelsäure) zwar Voraussetzung, aber nicht die eigentliche Ursache sind. Primärfaktor ist jedoch in fast allen Fällen das in allen Getreideprodukten vorkommende Gluten, das letztlich in der Endphase der Entstehung der erwähnten Krankheiten durch die als Ergebnis resultierenden Verklebungen der Innenseite des Dünndarms zu schwersten Störungen der Mineralaufnahme führt, die wiederum ihrerseits, meist noch im Verbund mit den Harnsäuren, Schwefelsäuren und „Kaffeesäuren“ zur völligen Übersäuerung der Zellen mit den geschilderten Folgen führt.

Therapeutische Massnahmen:

■ Entgiftung über die Haut: Begegnung der Übersäuerung und Blockade der Zellen durch basische Bäder.

■ Fortfall der Getreideprodukte wie Brot, Reis etc.

■ Reduktion der Zufuhr von Eiweiß, Fortfall des tierischen Eiweißes.

Fazit:

Gicht und Rheuma sowie allgemein alle Sklerosen sind durch konsequente Entgiftung z.B. durch basische Bäder, und kalium- und magnesiumhaltige Lebensmittel wie Obst und Gemüse unverzüglich linderbar. Parallel gehendes Absetzen von Getreide-, Kaffee- und Teeverzehr stoppen die Neubildung. Begrenzte Zufuhr von Eiweiß, am besten unter Fortfall von tierischem Eiweiß sind förderlich.